FREIE PLÄTZE
Auf Anfrage

Kleine Dreckspatzen

Beobachte ich Kinder und Jugendliche in der Stadt, an Bahnhöfen oder Schulen und Kindergärten, habe ich oft große Sorge, die Generation unserer Kinder könnte denken, dass das wahre Leben in Computer, Handy oder Fernsehen stattfindet. All diese Medien spielen eine ungemein große Rolle in unserem Alltag. Vergessen viele, wie sich das Leben im „real Life“ wirklich anfühlt? Barfuß durch den Sommerregen tanzen, sich gegen den Wind stellen und sich von ihm tragen lassen, einen Drachen in den Himmel steigen lassen, die eisige Kälte von Frost und Schnee spüren, einen Schneemann bauen und mit hochroten Backen wieder nach Hause kommen, eine Heuschlacht im Stall, einen Berg hinunter kugeln, bis einem schwindelig wird, einen Käfer über seine Hand krabbeln, oder Sand durch seine Finger rieseln lassen, um die Wette laufen, bis man außer Puste ist und einem das Herz bis zum Hals schlägt.

Das ist das wahre Leben!



Wirklich fantasievolles Spielen lernt man nur so und das ist meiner Meinung nach das schönste Spiel der Kindheit an welches wir uns auch im Alter noch erinnern werden. Eine solche Kindheit / ein solches Leben sollte jedem ermöglicht werden. All diese Dinge zu erleben, zu spüren und bis ins letzte auszukosten, sind wertvoller als jedes iPad, jeder Computer, jedes Handy, denn nur unsere glücklichen Erlebnisse sind unbezahlbar. 





Über mich

Mein Name ist Nicole Kapp, kurz Nici. Geboren wurde ich am 01.11.1984 in Ludwigsburg und wuchs in Freiberg am Neckar, glücklich umgeben vom größten Teil meiner gesamten Familie auf.

Im März 2017 brachte ich meine Tochter Lia zur Welt und durfte mit ihr mein eigenes kleines Wunder erleben. Da ich alleinerziehend bin, meistern wir unser Leben zum größten Teil zu zweit. Mit Lia´s Papa habe ich auch nach dem Ende unserer Beziehung ein gutes Verhältnis. Er kommt uns regelmäßig besuchen und unterstützt uns so gut er kann. 

Ich bin und war schon immer ein absoluter Familienmensch. Daher bin ich sehr froh und unendlich dankbar, dass wir die für uns beste Familie an unserer Seite habe. Wir stehen alle füreinander ein, stärken uns gegenseitig den Rücken und sind füreinander da.

Beruflich komme ich aus dem kaufmännischen Bereich, welcher für mich nie die Erfüllung meines beruflichen Daseins war. Bei meinem letzten Arbeitgeber arbeitete ich im Vertrieb und war außerdem dafür zuständig Auswertungen und Statistiken für meinen Chef zu erstellen – Zahlen, Daten, Fakten… alles ziemlich trocken.


Wir haben das große Glück auf einem kleinen Bauernhof in Murr, zur Miete leben zu können. Hier genießen wir jeden Tag aufs Neue die Weite und Naturverbundenheit – unser kleiner Dauerurlaub. Felder, Wiesen, Bäume Tiere und andere Bauernhöfe in der Nachbarschaft haben wir immer um uns herum.

Wir haben zwei Häschen, die im Stall in ihrem eigenen kleinen zuhause leben. Zum Hof gehören zwei Pferde, ein Meerschweinchen und Labradormädchen Tammi. 


Warum ich mich dafür entschieden habe, meinen Bürojob aufzugeben und Tagesmutter zu werden? Als Tagesmutter kann ich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Beste und schönste Art leisten. Kinder sind für mich eine tägliche Bereicherung und Freude. Auf diese Art möchte ich meiner Tochter und anderen Kindern „Danke sagen“ für die wunderschöne Zeit die sie uns schenken und unsere Herzen mit Glück füllen. 

Zudem kann ich andere Familien dabei unterstützen, Arbeit und Familie bedenkenlos miteinander vereinbaren zu können.

Wer mehr über mich und meine Arbeit erfahren möchte, darf mich gerne anrufen oder per Mail kontaktieren.




Betreuungszeiten / Tagesablauf / Rahmenbedingungen

Betreuungszeiten


Ein gleichmäßiger Ablauf der Betreuungszeiten ist mir sehr wichtig. Dies sorgt bei den Kindern für ein festes Ritual und bietet ihnen dadurch Orientierung und Halt. 

Folgendes Zeitfenster biete ich zur Betreuung an:



Montag – Donnerstag 06:30 Uhr – 17:00 Uhr


Halbtags 15 bis 24 Stunden / Woche

Ganztags 25 bis 40 Stunden / Woche




Auf Anfrage können im Einzelfall auch frühere oder spätere Hol- bzw. Bringzeiten vereinbart werden.



Ich selbst kenne das Arbeiten im Schichtdienst auch und möchte Ihnen daher auch ein erweitertes, individuell auf Sie zugeschnittenes Betreuungsfenster anbieten. Natürlich im Rahmen meiner eigenen Möglichkeiten. Bei Bedarf finden wir mit Sicherheit eine für Sie individuell angepasste Lösung der Betreuungszeiten.



Tagesablauf


Der folgende Tagesablauf ist exemplarisch und soll Ihnen helfen, sich ein grobes Bild des Tages machen zu können.

Um den Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu geben, gibt es für die wichtigsten Abläufe am Tag geregelte Zeiten. Natürlich können sich die Zeiten, abhängig der Bedürfnisse der Kinder ein wenig nach vorn oder nach hinten verschieben. Der Tagesablauf soll Struktur haben, aber auch individuell auf meine Tageskinder abgestimmt zu sein. 



06:30 Uhr – 08:00 Uhr Bringzeit / Ankommen


08:00 Uhr – 09:00 Uhr Gemeinsam frühstücken und anschließendes Aufräumen


09:00 Uhr – 09:20 Uhr Sitzkreis, singen, Fingerspiele und ähnliches 


09:20 Uhr Wir bereiten uns vor an die frische Luft zu gehen – Naturzeit –

Sollte es wetterbedingt nicht möglich sein, spielen wir gemeinsam, basteln, malen, bauen, tanzen oder es wird vorgelesen


11:30 Uhr – 12:00 Uhr gemeinsames Mittagessen


12:15 Uhr – 12:50 Uhr Wir holen gemeinsam meine Tochter         vom Kindergarten ab


13:00 Uhr –           Mittagsschlaf


Nach dem Mittagsschlaf -  Freies Spiel bis zur Abholzeit


Zwischendurch gibt es einen kleinen Snack


Während der Abholzeit tauschen wir uns über den Tag und aktuell Anstehendes aus.



Rahmenbedingungen - Unsere Wohnung und die Umgebung


Unsere Wohnung hat eine Wohnfläche von 106m“ und ist aufgeteilt in 4 Zimmer.Die Wohnung verfügt über eine große Wohnküche, ein Bad mit begehbarer Dusche, ein Bad mit Wanne, ein Gäste-WC und eine Abstellkammer.

Den Kindern stehen das Wohnzimmer (als Spielzimmer), das Tageskinderzimmer (als Spielzimmer) und das

Zimmer meiner Tochter (Spiel- und Schlafzimmer) zur Verfügung. Das Bad mit Wanne, der Abstellraum, das Gäste-WC und das Schlafzimmer bleiben während des Tages geschlossen. Bad und Küche werden nur in meinem Beisein zugänglich gemacht. Vor dem Haus in Richtung Felder befindet sich der Hof, der sich super z.B. zum Bobby Car fahren eignet. Über das Wohnzimmer gelangt man auf unsere Terrasse (ca. 20m2) und 

unseren Garten (ca. 80m2). Umgeben ist das Grundstück von Feldern und den Koppeln der Pferde. In wenigen Gehminuten befindet sich zudem ein Spielplatz mit Rutsche, Schaukeln und Klettermöglichkeiten (ca. 2-3 Minuten Erwachsenentempo).

Unsere beiden Kaninchen wohnen in ihrem Gehege im Garten. Tammi, die Hündin unserer Vermieter wohnt im Nachbarhaus.

Meine Vermieter haben selbst auch zwei zehnjährige Zwillingsmädchen, die am Nachmittag des Öfteren bei uns sind und sich wahnsinnig darüber freuen, mit den kleinen Spatzen zu spielen und allen immer gerne hilfreich zur Seite stehen.




Elternarbeit

Sie haben sich als Betreuungsform für Ihr Kind, für eine Tagesmutter entschieden und mich dafür ausgewählt, oder möchten mich näher kennenlernen. 

Über das hohe Maß an Vertrauen, was Sie mir dadurch entgegenbringen, bin ich mir durchaus bewusst, denn Sie geben Ihren größten Schatz in meine Obhut. 

Sie als Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für Ihre Kinder. Sie sind die Experten und kennen Ihre Kinder am besten. Um eine gute Arbeit leistenzu können, brauche ich Sie als Experten daher an meiner Seite. Aus diesem Grund ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ihnen und mir sehr wichtig, Eine gute Kommunikation ist hierfür die wichtigste Voraussetzung. Ich sehe uns als gemeinsam lernendes Team und lege großen Wert darauf, durch Kritik, Anregungen Verbesserungsvorschläge und Mitteilungen von Erfahrungen kontinuierlich miteinander im Austausch zu bleiben. 

Haben Sie Ihre Entscheidung getroffen und Ihr Kind soll zu mir ins Spatzennest mitaufgenommen werden, lade ich Sie zu einem persönlichen Gespräch und zur Besichtigung der hier vorhandenen Gegebenheiten ein. Bei diesem Gespräch sollen Ihre Fragen, Vorstellungen und Wünsche besprochen werden, aber der bisherige Lebensverlauf Ihres Kindes, seine familiäre Situation, gesundheitlich Belange, Gewohnheiten und Vorlieben sollen im Mittelpunkt stehen. Damit ich mich besser auf dieses Gespräch vorbereiten kann, erhalten Sie vor unserem Termin einen Fragebogen von mir zugeschickt. Diesen Fragebogen schicken Sie mir bitte ausgefüllt vor unserem Gespräch wieder zurück.

Zum Ende des ersten Beschnupperns bekommen Sie meine pädagogische Konzeption, damit Sie sich in Ruhe noch einmal damit auseinandersetzen können. 

Ist Ihr Kind im Nest der kleinen Dreckspatzen aufgenommen, sind die täglichen „Tür und Angel Gespräche“ (wenn auch kurz) sehr wichtig. Bei diesen Gesprächen werden alltägliche Fragen gestellt und beantwortet.  

Eine offene und vertrauensvolle Haltung der Eltern mir gegenüber ist sehr wünschenswert. Dies erleichtert mir die Arbeit mit Ihren Liebsten ungemein. Private Probleme z.B. eine anstehende Trennung der Eltern, Streit, körperliche und seelische Erkrankungen oder Tod innerhalb der Familie sind nicht leicht anzusprechen, würde mir aber die Möglichkeit geben, in dieser sensiblen Phase Ihres Kindes sein evtl. verändertes Verhalten besser verstehen und darauf eingehen zu können. Ausführlichere, längere Gespräche führen wir nach Bedarf und vereinbaren dafür einen separaten Termin.

Die Eingewöhnung - angelehnt an das Berliner Eingewöhnungsmodell

Der Übergang für das Kind in die Tagespflege ist eine große Herausforderung und bedarf viel Einfühlungsvermögen. Es lernt eine neue Umgebung und eine ihm völlig fremde Person kennen. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an die mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen.

Die Eingewöhnung wird von mir in Anlehnung an das Berliner Modell erfolgen und soll dem Kind helfen, eine sichere Bindung zu mir aufzubauen. Es ist ungemein wichtig, dass die Eltern in dieser Zeit Hand in Hand mit mir zusammenarbeiten, um ihrem Kind den Übergang der Eingewöhnung zu erleichtern. Am Besten ist es, dass das Kind während der Eingewöhnung konstant von nur einem Elternteil begleitet wird.

Das Berliner Eingewöhnungsmodell ist das bekannteste, elternbegleitende und Bezugspersonen orientierte Eingewöhnungsmodell und stammt vom Institut für angewandte Sozialisationsforschung (INFANS) in Berlin. 


Das Berliner Modell gliedert die Eingewöhnung in mehrere Phasen:


Die Grundphase


Sie kommen mit Ihrem Kind ca. 1-2 Stunden. Ihr Kind soll die nötige Sicherheit bekommen, die neue Umgebung, die anderen Kinder und mich besser kennenzulernen. Im gegenseitigen Austausch mit den Eltern würde ich in dieser Zeit gerne Informationen über Rituale und Vorlieben in der Familie bekommen. Gleichzeitig bekommen Sie und Ihr Kind erste Einblicke in unseren Tagesablauf.

Die Eltern sollten sich in dieser Phase eher passiv verhalten und ihr Kind nicht bespielen, aber auch nicht „drängen“ sich von Ihnen zu lösen. Ist Ihr Kind dazu bereit, wird es von selbst beginnen, die neue Umgebung zu erkunden. Vorsichtig und ohne zu drängen, werde ich über Spielangebote versuchen, zu Ihrem Kind Kontakt aufzunehmen. 

Wichtig während der Eingewöhnung sind die Gespräche mit den Eltern, da es auch bei Ihnen zu Ängsten und Unsicherheiten kommen kann. Diese Ängste können im persönlichen Gespräch am besten überwunden werden.


Die Stabilisierungsphase


Die Stabilisierungsphase beginnt meistens mit dem fünften Tag. Es wird ein erster Trennungsversuch gestartet, wenn das Kind bereits von sich aus Kontakt zu mir aufnimmt.

Dieser Versuch sieht so aus, dass Sie als Elternteil für eine kurze Zeit das Zimmer verlassen, aber in der Wohnung bleiben. Ganz wichtig dabei ist, dass Sie nicht heimlich verschwinden, sondern sich offiziell bei Ihrem Kind verabschieden. Auch wenn das zu anfänglichen Protesten seitens Ihrem Kind führen kann. Falls das Kind weint und sich nicht in kurzer Zeit von mir beruhigen lässt, hole ich Sie schnell wieder zurück. Klappt der Trennungsversuch, wird die Zeit langsam erhöht.


Die Schlussphase


Ihr Kind hat eine Bindungsbeziehung zu mir aufgebaut, die es nun heißt zu festigen, um als „sicherer Hafen“ für Ihr Kind fungieren zu können. Es ist so weit, dass die Eltern während der Trennungszeit nicht mehr in der Wohnung Präsent, aber jederzeit für Notfälle erreichbar sein müssen. Die Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn sich Ihr Kind zum einen von mir trösten lässt, aber auch grundsätzlich bereitwillig und gerne zu mir in die Tagespflege kommt.



Für mehr Informationen finden Sie ein PDF unter Downloads.




Gesundheit und Ernährung

Um zur Gesundhaltung des Körpers der Kinder beizutragen, werden wir uns regelmäßig und möglichst abwechslungsreich bewegen. So werden Muskulatur und Kreislauf trainiert. Auch in der Wohnung achte ich sehr darauf, immer für ausreichend Belüftung zu sorgen. 

Von großer Bedeutung für die Gesundhaltung des Körpers, sowie die Verhütung und Vorbeugung von Krankheiten ist die Ernährung. Für frisches, gesundes und ausgewogenes Mittagessen werde ich sorgen. Das Frühstück soll mitgebracht werden und darf untereinander getauscht werden. Aus diesem Grund, sollte auch in diesem Punkt die Zusammenarbeit und das Mitwirken der Eltern gut funktionieren und jedes Kind ein gesundes Frühstück mitbringen.




Hygiene und Sauberkeit

Natürlich finden Eltern und Kinder jeden Morgen eine saubere und aufgeräumte Wohnung vor. Wickelunterlage und Toilette werden regelmäßig desinfiziert. 

Den Zeitpunkt für den Beginn des Sauberwerdens, sollte jedes Kind selbst festlegen dürfen, sobald es dafür bereit ist. Wird ein Kind dazu gedrängt oder gar gezwungen, erreicht man durch seine Handlung nichts Positives. Lassen Sie Ihrem Kind sein eigenes, individuelle Tempo, aber seien Sie unterstützend für es da. Ist das Kind bereit und möchte freiwillig auf die Toilette, oder aufs Töpfchen gehen, bitte ich die Eltern um folgendes:


  • tauschen Sie Bodys gegen Unterhemd und Unterhöschen aus

  • ziehen Sie dem Kind Jogginghosen oder Leggins an (bitte keine Latzhosen, Hosen mit Gürtel oder vielen Knöpfen

  • geben Sie Ihrem Kind ausreichend Wechselklamotten

Wichtig ist mir, gemeinsam mit Ihnen an einem Strang zu ziehen und Ihrem Kind hilfreich und unterstützend zur Seite zu stehen. Nicht nur bei mir, sondern auch bei Ihnen zuhause sollte die Windel weggelassen werden.

Kinder die noch nicht so weit sind, werden natürlich regelmäßig gewickelt und bei Bedarf umgezogen. Meine Hände wasche ich selbstverständlich vor und nach jedem Wickelgang. 

Auch vor und nach den Mahlzeiten werden wir alle die Hände wachen, bzw. die Hände werden abgeputzt.




Förderung und pädagogische Ziele

Mir ist wichtig, dass die Kindertagespflege in einem familiären Umfeld stattfindet. Der Tagesverlauf wird kind- und altersgerecht gestaltet.
Ich betreue maximal fünf Kinder gleichzeitig, was im Vergleich zum Kindergarten eine sehr geringe Anzahl an zu betreuenden Kindern ist. Somit kann ich viel individueller auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingehen.

Jedes Kind ist individuell. Egal ob es der Charakter, die Muttersprache, die Interessen, die eigenen Bedürfnisse oder das Lernverhalten ist. Ich bin der Meinung, dass ein Kind mit unter am Besten gefördert wird, wenn man es selbst machen lässt. Lernt ein Kind etwas eigenständig, vertieft sich das gelernte und bleibt besser im Gedächtnis. Es ist mir wichtig, die Balance zwischen Mitspielen und Lehren bei jedem einzelnen Kind zu finden. 

Rituale, festgelegte Abläufe und Wiederholungen sind für das alltägliche Leben sehr wichtig. Aus diesem Grund, werden wir viele kleine und auch große Rituale in unseren Alltag einbauen. Sie dienen den Kindern als Strukturierungs- und Orientierungshilfe. Erst wenn Dinge und Tätigkeiten immer wieder im Alltag vorkommen, werden sie für die Kinder von Bedeutung. Studien konnten belegen, dass Rituale Ängste von Kindern reduzieren und die Selbstständigkeit fördern.

Ich bemühe mich, Ihren Kindern alle Werte zu vermitteln, die für ein harmonisches Zusammenleben von Wichtigkeit sind. Ich setze auf ein liebevolles Miteinander, das Lernen sich gegenseitig zu helfen, zu trösten, füreinander da zu sein, den anderen etwas zu gönnen und Kompromisse zu finden. Rennen, klettern, hüpfen, springen, schaukeln. Kinder müssen sich täglich austoben und auspowern können, um überschüssige Energie loswerden zu können. Spielplatzbesuche und das Nutzen der Spielgeräte, Spaziergänge und das Entdecken und Erforschen der Natur, aber auch das Toben in der Wohnung bieten dafür optimale Voraussetzungen. 

Spielen ist die kindliche Form des Lernens. Daher ist für Kinderdas Spielen und das Angebot an geeigneten Spielzeugen sehr wichtig. Dabei muss das Spielzeugangebot nicht immer nur aus gekauften Spielzeugen bestehen, sondern auch aus alltäglichen Dingen, die für Kinder ungefährlich sind. So lernen sie spielerisch, wie verschiedene Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag funktionieren und verwendet werden. Beim Spiel werden Grob- und Feinmotorik täglich verfeinert und ergänzt. 

Kinder lernen mehr von unserem Verhalten als von dem, was wir ihnen beibringen“ (unbekannt)

Während des Spielens verarbeiten Kinder Ihre Eindrücke, entwickeln Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie entwickeln Eigeninitiative und Selbstständigkeit. Im freien Spiel üben Kinder abgeschaute Alltagssituationen, Erlebtes oder gehörte Geschichten lernen sie wiederzugeben. Da Kinder im Freispiel das Spiel selbst bestimmen, müssen sie auch die verschiedenen Wünsche selbstständig aufeinander abstimmen. Auf diese Weise werden das Sozialverhalten und die Kompromissbereitschaft geschult. 

Jedes Kind ist ein Individuum und zugleich ein soziales Wesen. In der Gemeinschaft lernt es teamfähig zu werden, Konflikte zu bewältigen und Selbstvertrauen zu erlangen. Mein Anliegen ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Kinder als Persönlichkeit geschätzt werden, in der Respekt und Vertrauen an erster Stelle stehen. Soziale Kontakte sind im Kleinkindalter besonders wichtig, Kinder ahmen sich nach, beobachten sich gegenseitig, sprechen miteinander und lernen soziale Kompetenzen, wie teilen, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme aufeinander. Kommen die Kinder in den Kindergarten, sind dort meist 20 – 25 Kinder in einer Gruppe, das heißt, Kinder müssen darauf vorbereitet sein. Es gibt Kinder, die Angst vor anderen Kindern haben oder vor der Lautstärke der der Kinder, da sie vorher nie mit anderen Kindern in Kontakt traten.

Beim gemeinsamen Spiel in der Gruppe lernen die Kinder Regeln einzuhalten und im Team zu arbeiten.

Was ich außerdem tun möchte:

  • Ihr Kind dabei ermutigen “um die Ecke zu denken”.

  • Originalität und Spontanität herausfordern.

  • Anerkennende Worte für ungewöhnliche Lösungsvorschläge finden und Ihr Kind dabei ermutigen, Dingen auf den Grund zu gehen.

  • Wir wollen uns gemeinsam Dinge anders vorstellen, als sie in Wirklichkeit sind.

  • Ihr Kind ermutigen, immer wieder Neues auszuprobieren.

  • Kinder benutzen Dinge gerne anders, als sie gedacht sind. Das ist gut so und wird von mir anerkannt.

  • Kinder erfinden eigene Kunstformen und werden dabei nicht kritisiert.

  • Ihr Kind ermutigen, eigene Spielregeln zu erfinden und Spiele umzufunktionieren.

  • Ihr Kind muss sich angenommen fühlen und Wertschätzung erhalten.

  • Sprechen, lesen, spielen und experimentieren.

  • Gemeinsam auf Entdeckungsreisen gehen.

  • Gemeinsam mit Ihrem Kind über Erlebnisse, Entdeckungen und Erfahrungen staunen.

  • Loben statt zu kritisieren.

  • Die Neugierde und das Mitteilungsbedürfnis Ihres Kindes würdigen, auch wenn es manchmal anstrengend ist.


Und vieles mehr!



Beobachten und dokumentieren

Ihr Kind befindet sich in einer sehr bedeutsamen und ereignisreichen Entwicklungsphase. Nie wieder ist der Lernzuwachs im Leben eines Menschen so groß, wie in den ersten drei Jahren. Umso verständlicher ist es dass Sie erfahren wollen, was Ihr Kind bei mir dazugelernt hat. Da Ihr Kind einen großen Teil des Tages bei mir verbringt, ist es mir wichtig, die Fortschritte und wichtigen Ereignisse festzuhalten, zu dokumentieren und Ihnen mitzuteilen. Deshalb nehme ich mir regelmäßig Zeit zu beobachten und meine Beobachtungen schriftlich festzuhalten.


Beobachten heißt: Kinder zu beachten“ - Christel van Dieken




Krankheit und Medikamentengabe

Krankheit und insbesondere Infektionserkrankungen gehören zum Leben von Kindern. Gerade kleine Kinder müssen ihr Immunsystem noch „trainieren“ und erkranken häufiger. Dies stellt alle – das Kind, die Eltern und die Tagespflegepersonen vor große Herausforderungen.


Bitte denken Sie daran, dass sich Kinder, insbesondere kleinere, viel schneller gegenseitig anstecken. Sie nehmen noch vieles in den Mund, husten andere direkt an oder haben viel direkteren Körperkontakt miteinander. Der Krankheitsverlauf und die Gesundung unterscheiden sich von dem eines Erwachsenen. Es müssen daher andere Maßstäbe gesetzt werden. Letztendlich muss ich unter Berücksichtigung des Wohles des kranken Kindes sowie der anderen Kinder entscheiden, ob eine Betreuung möglich ist oder nicht.


  • Plötzliche Erkrankung des Kindes
    Wird Ihr Kind während der Betreuung krank, werde ich Ihr Kind genau beobachten und Sie anrufen, wenn das Kind deutliche Krankheitsanzeichen zeigt, z.B. Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Um die anderen Kinder und mich selbst vor Ansteckung zu schützen, muss ich Sorge tragen, dass das erkrankte Kind schnellstmöglich abgeholt wird. Ein akut erkranktes Kind benötigt viel Zuwendung und Pflege, welche ich als Tagespflegeperson, die auch noch andere Kinder betreut, nicht ausreichend erfüllen kann. Die erforderliche Zuwendung und Sicherheit können in der Regel nur Eltern oder beispielsweise Großeltern gewährleisten.

  • Ist Ihr Kind bereits zuhause krank geworden, teilen Sie mir dies bitte mit. Teilen Sie mir bitte auch mit, ob es sich um eine ansteckende Erkrankung handelt. Dies ist sehr wichtig, dient dem Schutz aller Kinder und mir. Bei Magen-Darm-Infektionen gilt für Kinder unter 6 Jahren, dass sie 48, besser 72 Stunden beschwerdefrei sein sollten, bevor sie wieder in meine Betreuung kommen.

  • Erkältungserkrankungen
    Sie gehören zu den häufigsten Erkrankungen und sind in der Regel ansteckend. Fieber tritt nicht immer zwingend auf. Ein Kind mit Fieber kann nicht von mir betreut werden, es sollte ca. 48 h fieberfrei sein, bevor es wieder betreut werden kann. Hat das Kind kein Fieber, muss eine Abwägung mit dem restlichen Krankheitsbild erfolgen. Hustet das Kind stark? Wie stark ist der Schnupfen? Spielt das Kind fröhlich oder ist es müde, quengelig, schlapp und möchte am liebsten getragen werden? Treten Unsicherheiten bei der Bewertung des Krankheitsbildes auf, vereinbaren wir gemeinsam, das Kind gut zu beobachten und bei Verschlechterung anzurufen. Krankheitsverläufe ändern sich häufig sehr schnell, ein Kind das zu Hause ganz gesund erscheint, kann in der Gruppe mit anderen Kindern schnell überfordert sein.

  • Notfallplan
    Es ist hilfreich, wenn wir gemeinsam einen Notfallplan für den Fall einer Erkrankung aufstellen. Wichtige Fragen sind:

Wer ist am besten telefonisch erreichbar?
Wer kann sich am ehesten bei einer kurzfristigen
Erkrankung von der Arbeit freimachen?
Wie lange dauert der Fahrweg zur Tagespflegeperson?
Wer kann das kranke Kind am besten zu Hause betreuen?
Wer könnte das kranke Kind noch betreuen?


  • Miteinander reden
    Nicht alles lässt sich im Vorfeld miteinander klären und die Grenze, wann ein Kind „richtig krank ist“, kann auch nicht immer eindeutig gezogen werden. Zum Wohle des Kindes und im Sinne einer guten Erziehungspartnerschaft, ist es wichtig, dass Vorstellungen, Wünsche und das „Durchführbare“ offen zwischen Ihnen und mir besprochen werden.
    Das Wohl aller meiner Tageskinder sollte hierbei im Fokus stehen.

  • Dem Kind Zeit geben
    Ein Kind benötigt Zeit, eine Krankheit komplett auszuheilen. Erfahrene Kinderärzte führen aus, dass viel Zeit und Ruhe um gesund zu werden für ein Kind beinahe noch wichtiger sind als Medizin. Durch Medikamente würden zwar die Krankheitssymptome häufig rasch abklingen, die Kinder seien dadurch trotzdem nicht gleich gesund. Es gelte vielmehr auf den kleinen Spatz einzugehen, das Kind zu beobachten und es seine Krankheit ohne Zeitdruck auskurieren zu lassen. (Vgl. hierzu Dr. Gunhild Kilian-Kornell, Pressesprecherin des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte).

  • Krankheit der Tagespflegeperson
    Ich bin stets bemüht die Betreuung für Ihre Kinder aufrecht zu halten, dennoch bin auch ich den Risiken aus den vorangegangenen Punkten extrem ausgesetzt. Daher kann es leider auch vorkommen, dass ich erkranke. Auchich bin Mama und muss eventuell selbst meine eigene kranke Tochter betreuen. In Absprache mit dem Kompetenzzentrum Kindertagespflege und anderen Tageseltern versuche ich eine passende Vertretung für diese Zeit zu finden. Dies ist aber nicht zu 100% gesichert.


Medikamentengabe


Soll oder muss ich Ihrem Kind Medikamente geben, muss mir hierfür eine aktuelle schriftliche Verordnung des behandelnden Kinderarztes vorliegen. Diese muss eindeutige Formulierungen zur Dosierung, Lagerung und Dauer der Einnahme enthalten. Außerdem müssen Sie mir eine schriftliche Vollmacht vorlegen, in der Sie eindeutig erklären, dass Sie sie Medikamentengabe von mir wünschen. Eine genaue Dosierungsanleitung (z. B. „vor jeder Mahlzeit 2 ml des Medikamentes A“ oder „bei einem Krampfanfall Gabe von Medikament B“) sowie besondere Hinweise zur Gabe, Lagerung oder Zubereitung des Medikamentes ist auf der Verordnung des Arztes vom Arzt zu vermerken. Ebenso sollte die Dauer der Medikamentengabe festgelegt sein (z.B. „vom 02.03.18 bis 07.03.18“ oder „immer bei einem akuten Krampfanfall“).

Ein entsprechendes Formblatt für die Vollmacht erhalten Sie von mir, oder finden Sie auf meiner Homepage unter „Downloads“.

Zur Dokumentation der Verabreichungen werden wir gemeinsam ein Protokoll über die Medikamentengaben führen, um Doppelgaben oder Ausfälle zu vermeiden. 

Bei dauerhaften Medikamentengaben bzw. länger andauernden Krankheiten oder speziellen Notfallmedikationen (z.B. bei Epilepsie) bitte ich um einen gemeinsamen Termin beim behandelnden Kinderarzt, um gründlich unterwiesen zu werden. 




Verpflegung und Kosten

Bei benötigter Fläschchen -bzw. Gläschen- Nahrung bitte ich darum, dass diese von Ihnen gestellt wird

Bei Tagespflegekindern die bereits alles "mitessen und mittrinken" wird monatlich ein Essensgeld je nach Betreuungsumfang erhoben. Ich koche das Mittagessen selbstverständlich selbst und immer frisch, mit diesem Unkostenbeitrag sind alle Mahlzeiten, Snacks und Getränke abgedeckt. 

Für die Zwischenmahlzeiten sind immer frisches Obst, Gemüse oder kleine Snacks vorhanden.

Bitte teilen Sie mir eventuell bestehende Lebensmittelunverträglichkeiten bei Anmeldung mit.

Benötigte Windeln und Feuchttücher werden durch Sie gestellt. Da Windeln auch einen großen Berg an Müll und dadurch wiederum Kosten verursachen, Strom und Wasser verbraucht wird etc. erhebe ich für die Betriebskosten einen Pauschalbetrag je nach Betreuungsumfang. So kommen Sie auf eine Zuzahlung in Höhe ca 100,-- Euro bis 200,-- Euro. Diese Zuzahlung ist jeweils zum ersten eines Monats an mich zu überweisen.


Die Kosten für die Kinderbetreuung belaufen sich auf 6,50€ pro Stunde. Sie können beim Landratsamt Geschäftsteil Wirtschaftliche Jugendhilfe einen Antrag auf finanzielle Förderung in der Kindertagepflege stellen. Voraussetzung ist lediglich, dass Sie im Landkreis Ludwigsburg wohnen. In der Regel erhalten Sie seitens der Wirtschaftlichen Jugendhilfe eine Förderung nach Berechnung Ihres Haushaltsnettoeinkommens.

Bei den Downloadlinks finden Sie die Kostenbeitragstabelle des Landkreises Ludwigsburg. Das für die Einstufung maßgebliche Einkommen ist das Haushaltsnettoeinkommen abzüglich 322€ pro kindergeldberechtigtem Kind. 

Die benötigten Anträge erhalten Sie bei mir, über die Homepage www.tageseltern-lb.de, oder auf meiner Homepage unter „Links“.




Gesetzliche Grundlagen der Kindertagespflege

Kindertagespflege ist die regelmäßige Betreuung von Kindern inner- oder außerhalb des Kindeshaushaltes. Sie soll die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern. Die Tagesmutter unterstützt und ergänzt die Familie bei der Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes.

Die Kindertagespflege wird bundesgesetzlich seit 1991 durch das Achte Buch Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe - (SGB VIII) geregelt.



SGB VIII §22 Grundsätze der Förderung



(1) Tageseinrichtungen sind Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages oder ganztägig aufhalten und in Gruppen gefördert werden. Kindertagespflege wird von einer geeigneten Tagespflegeperson in ihrem Haushalt oder im Haushalt des Personensorgeberechtigten geleistet. Das Nähere über die Abgrenzung von Tageseinrichtungen und Kindertagespflege regelt das Landesrecht. Es kann auch regeln, dass Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen geleistet wird.

(2) Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege sollen



  1. die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,

  2. die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,

  3. den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.



(3) Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.



SGB VIII §8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung



(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Soweit der wirksame Schutz dieses Kindes oder dieses Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird, hat das Jugendamt die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen und, sofern dies nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist, sich dabei einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind und von seiner persönlichen Umgebung zu verschaffen. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den Erziehungsberechtigten anzubieten.

(2) Hält das Jugendamt das Tätigwerden des Familiengerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen; dies gilt auch, wenn die Erziehungsberechtigten nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken. Besteht eine dringende Gefahr und kann die Entscheidung des Gerichts nicht abgewartet werden, so ist das Jugendamt verpflichtet, das Kind oder den Jugendlichen in Obhut zu nehmen.

(3) Soweit zur Abwendung der Gefährdung das Tätigwerden anderer Leistungsträger, der Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei notwendig ist, hat das Jugendamt auf die Inanspruchnahme durch die Erziehungsberechtigten hinzuwirken. Ist ein sofortiges Tätigwerden erforderlich und wirken die Personensorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht mit, so schaltet das Jugendamt die anderen zur Abwendung der Gefährdung zuständigen Stellen selbst ein.

(4) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass



  1. deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die Gefährdung eines von ihnen betreuten Kindes oder Jugendlichen eine Gefährdungseinschätzung vornehmen,

  2. bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend hinzugezogen wird sowie

  3. die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird.



In die Vereinbarung ist neben den Kriterien für die Qualifikation der beratend hinzuzuziehenden insoweit erfahrenen Fachkraft insbesondere die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte der Träger bei den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht anders abgewendet werden kann.



(5) Werden einem örtlichen Träger gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen bekannt, so sind dem für die Gewährung von Leistungen zuständigen örtlichen Träger die Daten mitzuteilen, deren Kenntnis zur Wahrnehmung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung nach § 8a erforderlich ist. Die Mitteilung soll im Rahmen eines Gespräches zwischen den Fachkräften der beiden örtlichen Träger erfolgen, an dem die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche beteiligt werden sollen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird.